Meine Grosseltern |
Erinnerungsbüro
Erinnerungen an Großeltern sind zunächst Kindheitserinnerungen an alte Menschen. Was aber wissen wir von früher, als die Großeltern jung waren? Sie sind unsere persönlichsteVerbindung in eine Vergangenheit, die wir nur aus Filmen und Büchern kennen. Aber wie lebten und liebten die Großeltern in jener Zeit? Und, was ist uns davon geblieben? In seinem Langzeitprojekt «Meine Großeltern» geht der Künstler Mats Staub diesen Fragen nach, in dem er Enkelinnen und Enkel verschiedensten Alters zum Gespräch bittet.
In seiner Installation «Erinnerungsbüro» können Produktion und Rezeption zugleich stattfinden: Einerseits werden von Mats Staub Einzelgespräche geführt, aufgezeichnet, bearbeitet und auf iPods übertragen – andererseits kann sich jede Besucherin und jeder Besucher mit einem iPod individuell durch die Installation bewegen und beim Hören fremder Lebensgeschichten diejenigen seiner eigenen Großeltern nachzeichnen.
«Meine Großeltern | Erinnerungsbüro» begann im Frühjahr 2008 und war seither an zahlreichen Orten der Schweiz so wie in Wien, Hannover und Hamburg zu Gast – inzwischen wurden von Mats Staub mit mehr als 270 Enkelinnen und Enkeln Gespräche geführt, auf Schweizer- und Hochdeutsch, Englisch und Französisch. Das «Erinnerungsbüro» ist weiterhin unterwegs, zugleich erweitert sich das Langzeitprojekt auch formal: Mit «Geschichten zur Erinnerung» wird in Museen ein Querschnitt aus dem reichhaltigen Fundus als Audio-Ausstellung präsentiert. Und in der Edition Patrick Frey ist das Buch «Meine Grosseltern / My Grandparents» erschienen.
Vorschau:
Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm
ab 6. September 2012
«Beim Zuhören entstehen Bilder fremder Menschen, und erstaunlicherweise (re)konstruiert man dabei auch die Erinnerung an die eigenen Grosseltern. Sehr merkwürdig: Die Beschäftigung mit dem Schicksal ganz fremder Menschen führt zurück zur eigenen Geschichte. Was als Besuch bei Fremden beginnt, wird zu einer Art Selbstvergewisserung.»
Theater heute, 8/9 2009
«Je länger man sich durch die Geschichten von Krieg, Eisernem Vorhang und Ehealltag zappt, desto heilloser scheinen sich Erinnerungen und Legenden zu verstricken, sodass man letztlich über die Grosseltern genauso viel erfahren hat wie über die Verdrän- gungs- und Mythologisierungsstrategien ihrer Enkel. Vor allem aber gelingt es Staub, beiläufig das Verhältnis zwischen Individuellem, System- und Generationstypischem herauszuarbeiten.»Der Tagesspiegel, 17.06.2009
«Die Stimmen aus den Kopfhörern vermitteln eine besondere Intimität. Der Sprachduktus der Erzähler und ihr Hang zur Interpretation machen das Zuhören zu einem persönlichen Erlebnis, zu einem Lauschen ins Private, das hier unvermeidlich politisch wird.»Der Standard, 27.05.2009
Bisherige Stationen:
Bern, Festival Auawirleben, April 2008
Zürich, Theaterspektakel, August 2008
Basel, Theater Basel, September 2008
Solothurn, Theater Biel Solothurn, April 2009
Wien, Wiener Festwochen, Mai 2009
Hannover, Festival Theaterformen, Juni 2009
Chur, Theater Chur, November 2009
Genf, Festival Trans / Mamco, Februar 2010
Hamburg, Schauspielhaus Hamburg, Oktober 2010
Das Erinnerungsbüro am Zürcher Theater Spektakel








